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Icon Knieexprothese | © Pohlig GmbH
Unterschenkel-Prothese

Diese Prothese besteht aus einem Schaft und einem Fußpassteil.

Physiotherapie | © Pohlig GmbH
Physiotherapie

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Auswahl des Schaftsystems | © Pohlig GmbH

Auswahl des optimalen Schaftsystems

In der Unterschenkelprothetik kommen verschiedene Prothesenkonstruktionen zum Einsatz. Sie unterscheiden sich vor allem in der Art der Körperanbindung, also im Schaftsystem.

Ein ausführliches Beratungsgespräch liefert zunächst wichtige Informationen zur Auswahl der geeigneten Schafttechnik. Wichtig ist, dass sowohl deine privaten als auch deine beruflichen Anforderungen in die Planung mit einbezogen werden.

Maßgeblich beeinflusst wird die Auswahl des passenden Schaftsystems von folgenden drei Faktoren:

  • deinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen,
  • der Versorgungshistorie und
  • den klinischen Bedingungen.
Polizist Alex Butz macht Mut

Unterschenkelprothese - na und?

Überblick

Die Schaftsysteme

Die verschiedenen Schaftsysteme werden nach ihren Haft- und Funktionsprinzipien unterschieden.

Folgende Systeme kommen aktuell zum Einsatz:

  1. Kondylenbettende Systeme (z.B. KBM-Schäfte)
  2. Linersysteme mit distaler Arretierung
  3. Unterdrucksysteme:
    • Linersysteme mit Kniekappe
    • Linersysteme mit Dichtlippe

Eine eindeutige Zuordnung der Schaftsysteme fällt nicht immer leicht, da die verschiedenen Wirkungsweisen der einzelnen Haft- und Funktionsprinzipien oft miteinander kombiniert werden.

Kondylenbettendes System
Kondylenbettende Systeme

Bei Kondylen handelt es sich um knöcherne Kniegelenkanteile am unteren Ende des Oberschenkelknochens, die für eine kombinierte Roll- und Gleit­bewe­gung auf der Gelenkfläche des Schienbeinkopfs zuständig sind. KBM (Kondylenbettung Münster) ist eine Schafteinbettungsmethode, die die Kondylen umgreift. Innen- und Außenschaft werden bei kondylenbettenden Systemen durch eine Einfassung über den Kondylen verriegelt.

Zum Anziehen der Unterschenkelprothese wird der Stumpf zunächst mit ei­nem Hautschutzstrumpf eingefasst und leicht vorkomprimiert. Die Weichteile werden dadurch gefestigt und auf die Prothese vorbereitet. Durch einen Schlitz am Ende des Weichwand-Innenschaftes wird der Stumpf mithilfe eines Perlonschlauchs in den Innenschaft eingezogen.

Spätere Anpassungen nach Formveränderungen können bei diesen Systemen schnell vorgenommen werden. So lassen sich auftretende Volumen­schwan­kungen leicht mit Ausgleichsstrümpfen anpassen. Genauso kann der Weichwand-Innenschaft verengt werden.

Insbesondere bei Erstversorgungen und athrophen Stumpfbeschaffenheiten spielen kondylenbettende Systeme ihre Stärken aus. Die Belastungen auf das Stumpfende werden geringgehalten.

Linersystem mit distaler Arretierung | © Pohlig GmbH
Linersysteme mit distaler Arretierung

Silikon ist ein sehr häufig gewähltes Linermaterial. Es ist in verschiedenen Ausführungen und Shore-Härten erhältlich. Der Silikon-Liner sorgt dafür, dass die Prothese zuverlässig am Unterschenkel haften bleibt. Zudem hält er den Stumpf in gleichmäßiger Form und besitzt hautpflegende sowie schützende Eigenschaften.

Bei Linersystemen mit distaler Arretierung wird der Silikon-Liner wie eine zweite Haut auf den Stumpf geschoben. Für einen sicheren Halt wird er anschließend im Inneren des Prothesenschaftes mit einer Verriegelung befestigt. Diese Verriegelung nennt man Arretierung. Der am Liner befestigte Arretierungspin rastet in das im Schaft befestigte Gegenstück ein. So entsteht eine feste Verbindung zwischen dem Amputationsstumpf und der Prothese. Ein großer Vorteil distaler Arretierungen ist die simple Bedienung des Systems.

Linerunterdrucksystem mit Kniekappe | © Pohlig GmbH
Unterdrucksysteme

Bei Unterdrucksystemen wird ein Unterdruck zwischen Liner und Schaft er­zeugt. Aus biomechanischer Sicht bieten Unterdrucksysteme entscheidende Vorteile bezüglich der Fixierung des Prothesenschaftes am Stumpf. Das Haftprinzip Unterdruck verteilt sich nämlich auf die gesamte Oberfläche, die luftdicht abgeschlossen wird, anstatt punktuell auf eine kleine Region am Stumpf. So werden auch die Gewichtskräfte der Prothese deutlich effizienter auf den Stumpf übertragen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, den Unterdruck passiv oder aktiv aufzu­bauen. Bei der aktiven Variante wird die Luft durch technische Hilfsmittel aus dem Schaft befördert. Viele Anwender berichten hier von einer besseren Rückmeldung der Prothese bei z.B. Bodenunebenheiten. Studien zufolge hat ein aktives Unterdrucksystem positive Auswirkungen auf die Stumpfdurchblutung sowie auf Volumenschwankungen.

Wir verwenden zwei verschiedene Unterdrucksysteme:

  • Linersysteme mit Kniekappen
  • Linersysteme mit Dichtlippe
Linerunterdrucksystem mit Dichtlippe | © Pohlig GmbH

Linersysteme mit Kniekappen:

Die Kniekappe wird über den Schaft bis zum Oberschenkel aufgebracht. Sie ist zum Aufbau sowie zur Abdichtung des Unterdrucks notwendig. Der erzeugte Unterdruck zwischen Kniekappe und Linerende wirkt über die gesamte Stumpfoberfläche. Demzufolge nimmt der Stumpf auch über das ganze Areal die Gewichtskraft der Prothese auf, was wiederum die lokale Belastung reduziert.

Die Liner werden als Bettungsliner in allen unterschiedlichen Materialien wie Silikon, TPE und PUR angeboten. Auch hier kann mit einem individuellen oder konfektionierten Ausgleich auf besondere Situationen eingegangen werden.

Linersysteme mit Dichtlippe:

In den letzten Jahren haben sich Silikon-Liner mit Dichtlippensystemen in unterschiedlichen Ausführungen etabliert. Diese Systeme nutzen ebenfalls die Vorteile des Unterdrucks. Die Anziehtechnik bei dieser Art von Linern ist allerdings erschwert. In der Regel sind die Anwender auf eine Anziehhilfe auf Alkoholbasis angewiesen. Sie sorgt dafür, dass die Adhäsionskraft beim Aufschieben auf den Stumpf sowie beim Eingleiten in den Schaft geringgehalten wird.

Linersysteme mit Dichtlippe bieten eine maximale Aufbauhöhe bei Lang­stumpf­versorgungen, um aktive bzw. hochaufbauende Passteile unter dem Schaft montieren zu können. Der Tragekomfort ist in der Regel sehr hoch, da auf zusätzliche Materialien über dem Kniegelenk verzichtet werden kann.

Patientengeschichte

Dimitris Neustart mit Prothese

Er wollte eigentlich nur einen schönen Abend mit Freunden verbringen - doch dann kommt alles anders: Fahranfänger Dimitri gerät 2003 in einen Autounfall. Nach mehreren Monaten im Koma denkt er, er hat das Gröbste überwunden. Doch Dimitris linkes Bein will einfach nicht verheilen...

Wissenschaftliche Fachartikel

Schafttechnik in der Unterschenkelprothetik - aktueller Stand
Ästhetik und Funktion im Fokus moderner Gestaltungsvarianten in der Beinprothetik