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Knieex-Prothese

Diese Prothese ersetzt den Unterschenkel inklusive Kniegelenk. Aufgrund des vergleichsweise langen Stumpfes wirken die Hebelverhältnisse hervorragend.

Physiotherapie | © Pohlig GmbH
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Sehr gute Hebelverhältnisse

Die Knieex-Prothese

Bei einer Knieexartikulation wird der Unterschenkel komplett entfernt. Das Besondere an dieser Amputationsweise ist, dass dabei keine Knochen durch­trennt werden, sondern lediglich die Weichteile im Kniegelenk (zwischen Ober- und Unterschenkelknochen). Daraus ergibt sich der große Vorteil, dass das Stumpfende endbelastet werden kann. Der Anwender kann die Körperlast sowohl über das Stumpfende als auch über die gesamte Fläche des Oberschenkels übertragen.

Knieexartikulationsprothesen ersetzen den Unterschenkel inklusive Kniegelenk. Aufgrund des vergleichsweise langen Stumpfes wirken die Hebelverhältnisse beim Tragen der Prothese hervorragend. Weil die Oberschenkelmuskulatur nach einer Knieexartikulation weitestgehend erhalten bleibt, besitzt der Prothesenanwender viel Kraft in seinem Stumpf und kann deshalb die Prothese sehr gut steuern. Ein symmetrisches, unauffälliges Gangbild wiederum ist wesentlich, um die gesunde Seite vor muskulären Verspannungen und frühzeitigem Verschleiß zu bewahren.

Die Wahl des richtigen Schaftsystems

Der Prothesenschaft, in den der Oberschenkel eingebettet wird, stellt die Verbindung zwischen Prothese und menschlichem Körper dar. Die Ausführung des Schaftes hat maßgeblichen Einfluss auf Komfort und Bedienbarkeit der Prothese. Wir bieten grundsätzlich zwei Konzepte zur Auswahl an:

PBSS-Schaft

Wir arbeiten permanent an der Entwicklung von Materialien und Arbeits­techniken, die den Schaftkomfort steigern. Mit dem PBSS-Schaft ist uns die Umsetzung eines Schaftkonzeptes gelungen, das auf ganzer Linie überzeugt:

  • Schmerzreduktion
  • individuelle Schaftgestaltung durch Add-ons
  • verbesserte Haftung
  • ansprechendes Schaftdesign
  • aktive Einbindung von Ärzten, Therapeuten und Orthopädietechnikern
Kondylenbettendes Schaftsystem

Kondylen sind knöcherne Kniegelenkanteile am unteren Ende des Obersche­kel­knochens, die für eine kombinierte Roll- und Gleitbewegung auf der Gelenkfläche des Schienbeinkopfs zuständig sind.

Zum Anziehen der Knieex-Prothese wird der Stumpf zunächst mit einem Hautschutzstrumpf eingefasst und leicht vorkomprimiert. Die Weichteile werden dadurch gefestigt und auf die Prothese vorbereitet. Durch einen Schlitz am Ende des Weichwand-Innenschaftes wird der Stumpf mithilfe eines Perlonschlauchs in den Innenschaft eingezogen. Insbesondere bei Erstver­sorgungen nach Amputation spielt dieses System seine Vorteile aus.

Patientengeschichte

Sportskanone mit Knieex-Prothese

Marlene kommt mit einer Tibiaaplasie auf die Welt. Bei dieser seltenen Erkrankung ist das Schienbein nicht vorhanden und der Unterschenkel stark fehlgebildet. Weil Marlenes Gangbild dementsprechend schlecht ausfällt, wird ihr mit sieben Jahren der Unterschenkel amputiert.

Passteile und Kosmetik

Weitere Bestandteile einer Knieex-Prothese

Prothesenpassteile

An den Schaft sind zwei Passteile montiert:

Kniegelenk: Für ein sicheres, dynamisches Gehen empfehlen sich die E-Legs von Ottobock (z.B. C-Leg, Genium, Kenevo).  Für ein optimales kosmetisches Erscheinungsbild bieten sich aufgrund der reduzierten Aufbauhöhe polyzentrische (mehrachsige) Gelenke an.

Fuß: Entsprechend der jeweiligen Mobilität kommen diverse Carbonfeder-Fußsysteme  zum Einsatz.

Kosmetik

Kosmetisch bestehen drei Möglichkeiten:

  • Eine klassische einteilige PUR Schaumkosmetik, die das Knie überspannt, weich ist und mit Kosmetikstrümpfen getragen wird. Diese Kosmetik eignet sich für Anwender, die defensiv mit dem Thema Prothese umgehen und sich beim Sitzen ein gutes Outcome wünschen.
  • Eine geteilte Variante, welche die Gelenke frei hält und somit wenig Einfluss auf die Funktion der Prothese ausübt. Diese Kosmetik ist bei Anwendern beliebt, die einen offensiven Umgang mit der Prothese pflegen.
  • Protektoren (Cover), mit denen sich der Form- und Volumenausgleich hervorragend individualisieren lässt.

Fachartikel

Orthopädietechnische Versorgungsmöglichkeiten nach Knieexartikulation

Autoren: T. Baumeister, O. Gawron, M. Schäfer
Quelle: ORTHOPÄDIE-TECHNIK Sonderdruck 10/16, Verlag Orthopädie-Technik Dortmund