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  • Das SimBrace simuliert neurogene Korsette | © Pohlig GmbH
    Formen der Skoliose
    Neurogene Skoliose
Icon SimBrace Scan | © Pohlig GmbH
SimBrace®

Mit diesem Verfahren können wir dein Korsett simulieren, bevor wir es produzieren.

Physiotherapie | © Pohlig GmbH
Physiotherapie

Wir zeigen dir Skoliose-Übungen für einen starken Rücken und trainieren mit dir den täglichen Gebrauch deines Korsetts.

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Was ist eine neurogene Skoliose? | © Pohlig GmbH
Ursache bekannt

Was ist eine neurogene Skoliose?

Im Vergleich zu einer gesunden Wirbelsäule, die sich nach vorne und hinten biegen kann, krümmt sich im Falle einer Skoliose die Wirbelsäule auch zur Seite. Als Skoliose (griech. Krümmung) bezeichnet man also eine dreidimensionale Achsabweichung der Wirbelsäule. Umgangssprachlich wird auch häufig der Begriff "Wirbelsäulenverkrümmung" verwendet.

Am häufigsten kommen idiopathische Skoliosen vor (ca. 85%), deren Ursachen bis heute unbekannt sind. Bei neurogenen Skoliosen dagegen ist die Ursache bekannt. Sie entstehen meistens aufgrund einer vorliegenden Grunderkrankung wie z.B. ICP oder Myelomeningocele.

Wenn die Ursache für eine Wirbelsäulendeformität in einer neurologischen Erkrankung liegt, spricht man von einer neurogenen oder neuromuskulären Skoliose. Diese Form der Skoliose wird unterteilt in neuropathisch und myopathisch.

Bei neuropathischen Skoliosen liegt die Ursache in einem  geschädigten Nervensystem, das die Verkrümmung der Wirbelsäule zur Folge hat.

Bei myopathischen Skoliosen liegen Erkrankungen der Muskulatur vor, wie z.B. vererbbare Muskelschwächekrankheiten. Durch den Verlust der Muskelsteuerung entsteht eine Muskeldysbalance, die zu einer ungleichmäßigen Belastung der Wirbelkörper führt. Dies hat zur Folge, dass sich das Wirbelkörperwachstum asymmetrisch entwickelt und knöcherne Verformungen der Wirbelkörper entstehen.

Im Grunde kann jede neuromuskuläre Erkrankung im Wachstumsalter eine Skoliose hervorrufen. Im Gegensatz zur idiopathischen Skoliose, die erst im Jugendalter auffällig wird, findet sich die neurogene Skoliose bereits im Säuglings- und Kleinkindalter wieder. Sie kann völlig individuelle Formen und Ausmaße annehmen.

Neurogene Skoliosen treten unter anderem in Zusammenhang mit folgenden neurogenen Krankheitsbildern auf:

  • ICP (Infantile Zerebralparese)
  • MMC (Myelomeningocele, Spina Bifida)
  • Spinale Muskelatrophie

Jede individuelle Wirbelsäulendeformität erfordert ein an die Grunderkrankung angepasstes Therapiekonzept.

Junge mit neurogener Wirbelsäulendeformität | © Pohlig GmbH

Woran erkennt man eine Skoliose?

Skoliosen können mit sichtbaren, aber auch mit unsichtbaren Symptomen einhergehen, die nicht auf den ersten Blick auffallen. Sichtbare Anzeichen einer Skoliose sind u.a. eine unterschiedliche Höhe der Schultern, eine schiefe Kopfhaltung, ein herausragendes Schulterblatt oder ein schiefer Rücken. Bei stark ausgeprägten Formen der Skoliose steht außerdem das Becken schief (Beckenschiefstand).

Auch der sogenannte Rippenbuckel ist ein häufiges Symptom einer schweren Skoliose. Dieser Buckel, der durch eine Wölbung des Brustkorbs entsteht, befindet sich auf der Seite des Rückens, zu der sich die Wirbelsäule krümmt. In der Regel tritt der Rippenbuckel ab einem Cobb-Winkel (= Grad der Verkrümmung) von ca. 40 Grad auf.

Weil die Skoliose eine Verschiebung der Wirbelsäulenmuskulatur verursacht, kann man sie zudem an Muskelwulsten im Hals- oder Lendenwirbelbereich erkennen. Ab einem Cobb-Winkel von ungefähr 60 Grad werden Lendenwulste deutlich sichtbar.

Primär- und Sekundärkrümmung einer Skoliose | © Pohlig GmbH

Abhängig davon, in welche Richtung die Wirbelsäule gekrümmt ist, unterscheidet man zwischen:

  • nach links gebogenen (linkskonvexen) Skoliosen
  • nach rechts gebogenen (rechtskonvexen) Skoliosen

Neben der eigentlichen Krümmung (Primärkrümmung) bildet die Wirbelsäule häufig auf der Gegenseite auch eine ausgleichende Sekundärkrümmung aus, die unter- bzw. oberhalb der Primärkrümmung anschließt. Diese natürliche Reaktion des Rückens erfolgt, um einen lot- und statikgerechten Stand zu ermöglichen. Oder anders ausgedrückt: Der Körper versucht durch das Ausbilden von Ausgleichskrümmungen den Kopf über dem Becken zu zentrieren.

Skoliosetherapie

Wie kann man eine Skoliose behandeln?

Ob und wie eine Skoliose behandelt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • vom Alter des Betroffenen
  • vom Schweregrad der Skoliose und
  • von ihrer Ursache.

Die Behandlung einer Skoliose sollte – auch bei Schmerzfreiheit (!) – so früh wie möglich beginnen. Denn sobald die Wirbelsäule erst einmal ausgewachsen ist, kann die Krümmung der Wirbelsäule nur schwer bzw. gar nicht mehr beeinflusst werden. Umso wichtiger ist die Früherkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, aber auch durch den gezielten Blick von Eltern und Lehrern.

Bei Kindern und Jugendlichen befindet sich die Wirbelsäule noch im Wachstum. Unmittelbar vor oder in der Pubertät kann es zu Wachstumsschüben kommen, bei denen sich die Wirbelsäule verformt. Diese Verformung kann sehr plötzlich eintreten und sich schnell verschlimmern. Sollte bei einem Erwachsenen eine leichte Skoliose festgestellt werden, ist es dagegen eher unwahrscheinlich, dass sich die Krümmung verschlechtert.

Die Wirbelsäule kann unterschiedlich stark verkrümmt sein. Mithilfe eines Röntgenbildes bestimmt der Arzt / die Ärztin den Grad der Verkrümmung (Cobb-Winkel). Häufig bleibt es bei einer leichten Achsabweichung. Eine Behandlung ist dann nicht unbedingt notwendig. Bis das Wachstum abgeschlossen ist, sollte die Wirbelsäule in diesem Fall allerdings in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. So lässt sich frühzeitig erkennen, ob die Wirbelsäulenverkrümmung zunimmt und die Skoliose behandelt werden sollte.

Grundsätzlich können Skoliosen operativ oder konservativ behandelt werden, wobei eine Operation nur bei einer sehr starken Skoliose notwendig ist. Zu den konservativen Behandlungsmethoden zählen Physiotherapie (Krankengymnastik) und orthopädietechnische Hilfsmittel wie das Korsett.

Rückenschmerzen sind zwar kein Indikator einer Skoliose, können aber in manchen Fällen auftreten. Solltest du aufgrund deiner Skoliose Rückenschmerzen empfinden, müssen zunächst die genauen Ursachen abgeklärt werden. Geeignete Physiotherapieübungen, eine Korsettversorgung und Sport sind Möglichkeiten, um den Schmerzen entgegenzuwirken.

Physiotherapie | © Pohlig GmbH
Physiotherapie

Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten erlernen Skoliosepatienten praktische Übungen, um die Wirbelsäulenverkrümmung durch eigenen Muskeleinsatz sowie die richtige Atmung zu korrigieren. Sport und Bewegung sind - soweit möglich - bei Skoliose generell sehr sinnvoll, weil dadurch Bauch- und Rückenmuskulatur gestärkt werden, was wiederum der Wirbelsäule Halt gibt.

Die physiotherapeutischen Übungen erfolgen in der Regel ohne den Einsatz spezieller Geräte, sodass sie auch täglich von zuhause aus durchgeführt werden können.

Falls du bei uns mit einem Korsett versorgt wirst, begleiten dich unsere Physiotherapeut:innen und geben dir hilfreiche Tipps für die Therapie in deinem Heimatort.

Icon Korsett | © Pohlig GmbH
Korsett

Ein orthopädisches Korsett ist eine individuell angepasste Rumpf-Orthese, die an bestimmten Stellen der Wirbelsäule Druck ausübt. Durch Hohlräume im Korsett bewegt sich der Rücken aktiv in die korrekte Stellung. Auf diese Weise kann ein Korsett die Fehlstellung der Wirbelsäule korrigieren und das Fortschreiten einer Krümmung aufhalten.

Neben seiner Stützfunktion ist das Korsett ein wichtiges Therapiegerät. In der Regel wird neben der Korsett-Behandlung zusätzlich eine Physiotherapie verordnet. Die Physiotherapeuten erklären den Skoliosepatienten u.a., wie der Rücken durch spezielle Atemübungen im Korsett in die richtige Position gelenkt werden kann.

Damit die Behandlung mit einem Korsett effektiv ist, muss die Orthese möglichst viel getragen werden – optimalerweise 23h am Tag (also auch nachts). In regelmäßigen Abständen wird der Therapieerfolg überprüft und das Korsett gegebenenfalls an das Wachstum des Kindes oder Jugendlichen angepasst.

Symbol Arzt | © Pohlig GmbH
Operation

Die operative Behandlung einer Skoliose wird nur dann in Erwägung gezogen, wenn die Wirbelsäulenverkrümmung sehr stark ist und konservative Behandlungen (Physiotherapie, Korsett) zu keiner Besserung führen.

Über eine Wirbelsäulenoperation wird z.B. nachgedacht, wenn die Krümmung der Skoliose bei über 50° nach Cobb liegt, sich die Krümmung verschlechtert und die inneren Organe wie Herz oder Lunge in ihrer Funktion eingeschränkt sind.

Es gibt unterschiedliche Operationsmethoden, die du mit dem behandelnden Arzt bzw. dem Operateur individuell abklären solltest. Grundsätzlich wird bei einem chirurgischen Eingriff die Form der Wirbelsäule soweit wie möglich korrigiert und stabilisiert. Abschnittsweise kann die Wirbelsäule im Rahmen der Operation auch versteift werden (Spondylodese). Die betroffenen Bereiche werden dann mit Implantaten (z.B. Schrauben oder Stäben) fixiert, sodass die Wirbelkörper miteinander verwachsen können. Diese operierten Wirbelkörper sind dann nicht mehr gegeneinander beweglich.

In einigen Fällen wird ein Korsett zur Nachbehandlung einer Operation empfohlen.

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Physiotherapie für Patienten
mit neurogener Skoliose

Unsere Physiotherapeutin Melli erklärt dir, was eine neurogene Skoliose ist, und welche Übungen du zu Hause machen kannst.

Das Video eignet sich für alle Skoliosen mit neurologischer Grunderkrankung.

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Mädchen mit neurogener Skoliose spricht mit Orthopädietechniker | © Pohlig GmbH
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Das Korsett

Das Korsett ist eine Orthese, die deine Wirbelsäule korrigiert. Wir informieren dich über die unterschiedlichen Korsett-Typen, den genau­en Versorgungs­ablauf und interessante Therapiemöglichkeiten.

Fachartikel

Neue Ansätze zur Rumpforthetik bei Kindern mit neurogenen Wirbelsäulenfehlstellungen

SimBrace® Scan

Autoren: M. Schäfer, A. Fuchs
Quelle: ORTHOPÄDIE-TECHNIK 04/14, Verlag Orthopädie-Technik Dortmund