Fibuladefekt / Versorgung mit Orthoprothesen

Fibuladefekt

Der Fibuladefekt (auch fibulare Hemimelie) ist eine angeborene Fehlbildung des Beines und bezeichnet das teilweise bis völlige Fehlen der Fibula (Wadenbein). Bis heute ist die Ursache unbekannt. Fest steht allerdings, dass es sich nicht um einen Gendefekt handelt.

Durch das Fehlen der Fibula kommt es zu einer Asymmetrie der Beine. Bei ca. 10% der Fälle sind beide Beine betroffen. Das betroffene Bein ist deutlich verkürzt und im Unterschenkel liegt eine Valgusfehlstellung vor.

Der Fibuladefekt tritt entweder solitär auf oder in Kombination mit PFFD (Proximal Focal Femoral Deficiency), Anomalien des Fußes und/oder der Hüfte.

Bei einem teilweisen Fehlen der Fibula spricht man von einer Hypoplasie (Typ 1a/1b). Hier ist das Wadenbein zwar noch vorhanden, aber unter­entwickelt. Das völlige Fehlen der Fibula nennt man Aplasie (Typ 2).
Siehe auch Tibiadefekt, PFFD, FFU-Syndrom.

Wir können Ihnen helfen

FibulaaplasieFibuladefekt

Beispielversorgung mit Orthoprothesen bei einer beidseitigen Fibulaaplasie (mit Spitzfuß, steifem Sprunggelenk, Minderstrahligkeit des Fußes, Grübchen am Schienbein)

Über 90 Jahre Erfahrung in der Kinderorthopädie

Kinder und Jugendliche mit Fibuladefekt zu versorgen gehört zu unserer täglichen Arbeit. Entgegen einiger Vermutungen kann auch eine Aplasie sehr gut mit einer Orthoprothese versorgt werden. Wie im Film erkennbar, ist die Fibulaaplasie sehr gut belastbar, sodass keine Beeinträchtigungen beim Gehen vorliegen. Es gibt kaum einen Patienten, den wir nicht wieder lauffähig machen können.

Die Patienten und ihre Eltern sind meistens sehr zufrieden mit dem Ergebnis unserer Versorgung und kommen gerne wieder. In der Regel begleiten unsere Spezialisten die jungen Patienten über viele Jahre ihres Wachstums hinweg. Dank der langjährigen und sehr engen Zusam­men­arbeit der Firma Pohlig mit der orthopädischen Kinderklinik Aschau können wir einen großen Pool an Know-How und Erfahrungen vorweisen.

Fachveröffentlichung Orthoprothetik/Dysmelie

facherveröffentlichung dysmelie

Orthoprothetische Versorgung longitudinaler Gliedmaßen­fehlbildungen an den unteren Extremitäten von Kindern und Jugendlichen
Autoren: M. Schäfer, H. Fleps, T. Baumeister, S. Wiedmann
Quelle: ORTHOPÄDIE-TECHNIK 01/18, Verlag Orthopädie-Technik Dortmund
Schlüsselwörter: Dysmelie, Gliedmaßenfehlbildung, Orthoprothese, Tibiadefekt, Tibiaaplasie, Fibuladefekt, Fibulaaplasie, Femurdefekt, PFFD

Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenen Fehlbildungen an den unteren Glied­maßen stellt sich sehr komplex dar und erfordert von allen beteiligten Disziplinen eine systematische und an der Ausprägung des Defektes orientierte Vorgehensweise mit klaren Ziel­setzungen. Bestmögliche Ergebnisse können nur dann erreicht werden, wenn die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten im Team zwischen Arzt, Therapeut und Orthopädie-Techniker eng abgestimmt werden und zielorientiert erfolgen. Die orthopädietechnische Versorgung mit Lagerungs- und Alltags-Orthoprothesen verfolgt – begleitend zu operativen und physio­thera­peu­tischen Behandlungen – sowohl wachstumslenkende als auch defektausgleichende Aufgaben. Die Behandlung soll den Betroffenen eine möglichst umfangreiche Teilhabe am Alltagsleben ermög­lichen und ihre Lebensqualität optimieren. Die im klinischen Bild sehr variantenreichen Ausprägungen der jeweiligen Fehlbildungsarten erfordern ein hohes Maß an individueller Gestal­tung des benötigten Hilfsmittels.
 
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