Infantile Zerebralparese / ICP

Infantile Zerebralparese (ICP)

Der Begriff infantile Zerebralparese (ICP) umfasst unterschiedlich ausgeprägte Bewegungsstufen, die zu einer schweren Behinderung führen können. Infolge einer frühkindlichen Gehirnschädigung kommt es zu einer dauerhaften, jedoch nicht unveränderlichen Störung des Haltungs- und Bewegungsapparates. In schweren Fällen können spastische Lähmungen aller vier Extremitäten auftreten. Die Hände und Füße sind dabei häufig in sich verdreht und verkrampft. Die motorischen Probleme gehen häufig mit zusätzlichen Störungen bezüglich Sensorik, Kommunikation, Auffassung und Verhalten einher. Eine weitere mögliche Begleiterscheinung ist Epilepsie.

Synonym zum Begriff der infantilen Cerebralparese können auch die Bezeichnungen zerebrale Kinderlähmung, infantile Zerebrallähmung, spastische Lähmung oder Cerebral Palsy verwendet werden.

infantile zerebralparese

Orthopädietechnische Möglichkeiten bei ICP

Die orthetische Versorgung von ICP erfordert nicht nur eine Berück­sichtigung lokaler Probleme, sondern gleichzeitig auch eine Beachtung des jeweiligen Entwicklungsstandes des Patienten, seiner Bedürfnisse und Möglichkeiten. Weil jeder Patient unterschiedlich ist, muss ein individuelles Behandlungskonzept erstellt werden. Die Tatsache, dass es sich bei ICP zwar um eine dauerhafte, jedoch keineswegs unveränderliche Schädigung handelt, da sich die Haltungs- und Bewegungsstörungen mit dem Wachs­tum und der Entwicklung verändern, machen zudem eine langfristige Betreuung notwendig. Neben der ärztlichen und physiotherapeutischen Behandlung spielt die Orthopädietechnik eine wesentliche Rolle, wenn es um die Therapie von ICP geht.

Sie ist unter anderem der Stützpfeiler, der das Ergebnis hält, das durch eine operative oder konservative Behandlung erzielt wurde. Des Weiteren gleicht die Orthopädietechnik fehlende oder unzureichende Funktionen aus. Dank jahrelanger Forschung und den heutigen Möglichkeiten der modernen Technik können in der Orthetik wie in der Rehabilitationstechnik verblüffende Ergebnisse für ICP-Patienten erzielt werden. Das Spektrum orthopädietechnischer Möglichkeiten reicht dabei von Funktions- und Lagerungsorthesen über sitztechnische Versorgungen, Rollstühle, Steh- und Gehhilfen bis hin zu Alltagshilfen und orthopädischem Schuhwerk.
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Die Versorgung von ICP-Patienten mit Orthesen

Orthesen korrigieren bzw. stützen deformierte oder aktiv nicht stabilisierbare Regionen des Stütz- und Bewegungsapparates. Man kann grob zwischen Funktions- und Lagerungsorthesen unterscheiden. Diese werden wiederum – abhängig von der versorgten Körperregion – in Arm-, Rumpf- und Bein­orthesen unterteilt. Dank funktioneller Prinzipien und moderner Materialien, die leicht und zugleich stabil sind (wie z.B. Carbonfaser, Gießharz, Titan oder Aluminium), ermöglichen Orthesen einen individuellen Versorgungsplan, der die Funktionen des ICP-Patienten optimal ausschöpft.

Die Versorgung von ICP-Patienten mit Lagerungssystemen

Als spezielles Teilgebiet der Orthopädietechnik befasst sich die Lagerungs­technik mit der passiven Unterstützung von Patienten in Liegepositionen. Insbesondere Zerebralparetiker der GMFCS-Klassen IV und V können oftmals ihre Liegeposition nicht selbstständig verändern. So entstehen positionelle (=lagebedingte) Deformitäten. Eine adäquate Lagerungs­versorgung soll die zunehmende Deformitätsentwicklung anhalten und für den Patienten eine oder mehrere bequeme, tonusregulierende Position(en) schaffen. Zudem sollen Druckstellen vermieden werden.

Je nach Lagerungsposition unterscheidet man zwischen Rücken-, Bauch- und Seitenlagerungssystemen. Für Patienten, die in unterschiedlichen Positionen schlafen und nachts umgelagert werden müssen, sind Wechsel­systeme ratsam, die verschiedene Liegepositionen erlauben. In diesem Fall wird ein Pelottenlagerungssystem angefertigt, das bis zu vier Schlaf­positionen (Rücken-, Bauch-, Seitlage rechts, Seitlage links) ermöglicht. Durch einfaches Umstecken der einzelnen Elemente lässt sich das System innerhalb weniger Sekunden umbauen. Jedes Lagerungssystem wird individuell und passgenau für den Patienten angefertigt. Die notwendigen Positionen werden stets in Absprache mit den behandelnden Therapeuten festgelegt.

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