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  • Myelomeningocele - Spina bifida | © Pohlig GmbH
    Krankheitsbild
    Spina bifida (MMC)

Mit offenem Rücken geboren

Was genau ist Spina bifida / Myelomeningocele?

Myelomeningocele (MMC) - Spina bifida | © Pohlig GmbH
Definition

Bei der Myelomeningocele (MMC), die auch als Spina bifida oder offener Rücken bekannt ist, handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung des Rückenmarks. Die Ursache ist ein mangelnder Verschluss des noch nicht fertig angelegten Rückenmarks im Mutterleib. Nach der Geburt können sich die Symptome sehr unterschiedlich ausprägen.

Es gibt zwei verschiedene Formen von Spina bifida:

  • Spina bifida occulta: Diese Form der Spina bifida ist von außen unsichtbar. An dem gespaltenen Wirbelbogen sind weder Rückenmarkshäute noch das Rückenmark selbst beteiligt. Weil die Spina bifida occulta in der Regel symptomlos verläuft, ist keine Behandlung notwendig.
  • Spina bifida aperta: Bei Spina bifida aperta handelt es sich um die offene oder auch sichtbare Form der Spina bifida. Die Symptome variieren je nachdem, welche Anteile des Rückenmarks betroffen sind, und auf welcher Höhe sich der Spalt in der Wirbelsäule befindet.

 

Symptome

Bei zwei Drittel aller Fälle ist das Rückenmark im Bereich der Lenden­wirbelsäule oder darunter geschädigt. Die Symptome reichen von einer aufgehobenen Sensibilität im Bereich der unteren Extremität, über geringe Beeinträchtigungen der Gehfähigkeit bis hin zur Querschnitts­lähmung sowie zu Störungen der Blasen- und Darm­funk­tion.

Zudem kann es bei dieser Erkrankung zu Fehlbildungen der Wirbelsäule und der Beine kommen.

Die Gehfähigkeit von MMC-Patienten hängt ganz von der Höhe der neurolo­gischen Schädigung ab. Liegt eine Lähmung vom Segment L2 aufwärts vor, ist die Gehfähigkeit in der Regel nicht zu erreichen.

Bei Lähmungen zwischen L2 und L4 besteht einge­schränkte Gehfähigkeit. Allerdings laufen die betroffenen Kinder in diesen Fällen selten mehr als eine Stunde am Tag und sitzen ansonsten im Rollstuhl. Bei Lähmungen auf lumbo­sacraler Ebene sind die betroffenen Kinder meistens gut mit Orthesen oder sogar nur mit Einlagen gehfähig.

Fußdeformitäten kommen bei Patienten mit MMC relativ häufig vor. Oft handelt es sich um Klump­füße und Hackenfüße. Außerdem kann es an den Hüftgelenken aufgrund des Muskel­ungleich­gewichts zu Bewegungs­ein­schrän­kun­gen (Kon­trak­turen) oder Hüftgelenkluxationen kommen. Das Muskel­ungleich­­gewicht kann Streck- und Beugedefizite in den Kniegelenken hervorrufen. Hinzu können Wirbelsäulendeformitäten (bei mindestens jedem zweiten Patienten v.a. Skoliosen), Frakturen, Epiphyseolysen und mögli­cher­weise auch neurologische Probleme, wie z.B. im Rahmen eines Hydrocephalus, kommen.
 
Zum Erlernen des Stehens und Gehens sind oft umfangreiche orthopädie- und rehatechnische Versorgungen, eine intensive Bewegungstherapie sowie teilweise auch Operationen an Füßen, Knie- und Hüftgelenken und an der Wirbelsäule erforderlich.

Symbol Arzt | © Pohlig GmbH
Kinderklinik Aschau

Die orthopädische Kinderklink in Aschau ist eine der größten Fachkliniken für Kinderorthopädie Mitteleuropas.

Interdisziplinärer Versorgungsansatz

Bei der orthopädietechnischen Versorgung von Säuglingen und Kindern ist es extrem wichtig, dass alle Parteien an einem Strang ziehen: Eltern, Ärzte, Techniker und Therapeuten.

Physiotherapie | © Pohlig GmbH
Physiotherapie

In unserer Zentrale sowie in einigen POHLIG- Niederlassungen begleiten Physiotherapeuten die individuelle Hilfsmittelversorgung unserer Spina bifida Patienten.

Felix träumt von einer Teilnahme an den Paralympics

Kanufahren mit Spina bifida

Felix ist dreizehn Jahre alt und trainiert bald für die deutsche Para-Kanu-National­mann­schaft. Der junge Leistungssportler leidet seit seiner Geburt an Spina bifida, einer Rücken­marks­schä­digung, die ihm das Gehen schwer macht. Im Alltag ist Felix deshalb auf Orthesen und seinen Rollstuhl angewiesen. Das hindert ihn allerdings nicht daran, stundenlang auf seinem Heimatfluss, dem Main, an seiner Technik zu feilen. Schließlich hat er große Ziele…

Möglichst früh beginnen!

Die Therapie

Die Ausprägung möglicher Deformitäten und deren Auswirkung auf die neuromotorische Entwicklung des Kindes werden durch die Höhe, in der das Rückenmark geschädigt ist, bestimmt. Weiß man frühzeitig über die Lähmungshöhe Bescheid, lassen sich viele Probleme präventiv behandeln. Eine frühestmögliche Bestimmung des Ausmaßes spielt daher für die Therapieplanung eine entscheidende Rolle.

Das zentrale therapeutische Ziel liegt darin, eine bestmögliche Einglie­derung des Patienten in sein soziales und gesellschaftliches Umfeld zu erreichen. Wir legen bei der Behandlung von Kindern mit MMC daher großen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Orthopädie­technikern, Physio- und Ergotherapeuten sowie Eltern.

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Behandlungsmöglichkeiten mit Orthesen

Unser Ziel ist es, mit der Orthesenversorgung die vorhandenen körperlichen Möglichkeiten des Kindes optimal zu nutzen, eine maximale Mobilität zu erreichen und eine Prävention bzw. Therapie von Deformitäten anzustre­ben.

Zum Stehen oder Gehen sind Patienten mit MMC in der Regel auf Gehorthesen angewiesen, welche die nichtvorhandene Muskelfunktion ersetzen. Diese Hilfsmittel müssen während des Wachstums immer wieder an Körpergröße und Fähigkeiten des Patienten angepasst werden. Zu welchem Zeitpunkt eine Gehorthese verordnet wird, orientiert sich an der motorischen Entwicklung des Kindes.

In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass im Vergleich zu einem nicht gelähmten Kind die Meilensteine der körperlichen Entwicklung verzögert eintreten. Eine Aufrichtung sollte jedoch spätestens am Ende des zweiten Lebensjahres angestrebt werden.

Betroffene Kinder mithilfe von Orthesen gehfähig zu machen, lohnt sich in der Regel: Unter­suchun­gen haben ergeben, dass Patienten, die während der Wachstumsphase vertikalisiert werden, deutlich weniger unter Frakturen und Druckstellen leiden. Außerdem sind sie unabhängiger und besitzen eine bessere Transferfähigkeit.

Schwache Beine

Fabian kann mit Orthesen gehen

Fabian ist 7 Jahre alt und hat Spina bifida. Der aufgeweckte Erstklässler zeigt euch, wie man eine Oberschenkel-Orthese anzieht. Sie ersetzt Fabians fehlende Muskelfunktion in den Beinen und ermöglicht es ihm, selbstständig von A nach B zu kommen.

Rundum versorgt!

Wir haben die Lösung

Unsere Hilfsmittel sind einzelne Bausteine des medizinischen und thera­peuti­schen Behand­lungs­konzepts. In Kombination mit Physio­therapie und Reha-Hilfsmitteln können ver­blüf­fende Ergebnisse für MMC-Patienten erzielt werden.

Ob individuell angefertigte Funktions- und Lagerungsorthesen, Sitzschalen, Rollstühle, Steh- und Gehhilfen, Alltags-Hilfen oder orthopädisches Schuhwerk - bei uns wirst du mit allem versorgt, was du benötigst!

Unterschenkel-Fuß-Orthese - PRINTORTHESE® | © Pohlig GmbH