• Podologische Fußpflege

Fingerprothesen und Handprothesen / Perfektion im Detail

Hohe Anforderungen an die Finger- und Handprothese

Die Hand zählt zu den komplexesten Organen des menschlichen Körpers. Sie verfügt über vielfache Funktionen der Körpersprache, der Gestik und des Ausdrucks. Gleichermaßen stellt sie eine sensible und motorisch höchst differenzierte Funktionseinheit für unser tägliches Handeln dar.

Eine Finger-, Teilhand- oder Handprothese muss nicht nur den Finger bzw. die Hand realistisch abbilden, sondern auch den enormen Kräften und Verschleißanforderungen des Alltags standhalten. Die Ansprüche an eine Prothese sind daher hoch. Das Ziel unserer Prothetik-Spezialisten ist es, maximale Funktionalität zu gewährleisten mit dem gleichzeitigen Anspruch einer realistischen und unauffälligen Wiederherstellung des Körperbildes.

handprothese

Detailgetreue Nachbildung des Fingers bzw. der Hand

Die Versorgung mit Silikonprothesen für die obere Extremität erfordert während der Herstellung ein Höchstmaß an Präzision und technischem Know-How. Die Möglichkeiten der prothetischen Gestaltung orientieren sich in der Regel am Ausmaß des vorhandenen Defektes sowie an der nahezu spiegelbildlichen Rekonstruktion der gegenüberliegenden Seite.
Weil das Fehlen von einzelnen Fingergliedern, Teilen der Hand oder gar der ganzen Hand im permanenten Sichtfeld des Betrachters steht, ist der Wunsch nach einer möglichst naturgetreuen und unauffälligen Optik groß.

Hierbei spielen selbst feinste Details, wie z. B. die Imitation von Sommer­sprossen, Pigmentflecken oder markanten Hautstrukturen eine bedeut­same Rolle. Die schichtweise Integration von verschiedenen Farbtönen erlaubt eine äußerst exakte Annäherung an den strukturierten Farbaufbau der menschlichen Haut. Das Gesamtbild der Prothese wird durch eine detailgetreue Nachbildung des Fingernagels aus Acrylharzen abgerundet. Das Ergebnis sieht nicht nur täuschend echt aus, sondern kann sogar mit Nagellack koloriert werden.

Versorgungsablauf

Zur Anfertigung einer Finger-, Hand- oder Partialhandprothese sind mehrere Besuche in einer Niederlassung der Pohlig GmbH erforderlich. Die jeweilige Anzahl der Aufenthalte orientiert sich dabei an verschiedene Faktoren wie z.B. der Beschaffenheit der Stumpfverhältnisse oder der Kolorierungsanfor­derungen der Haut. Die Herstellung einer Finger-, Hand- oder Partialhandprothese benötigt erfahrungsgemäß zwischen drei bis sechs Besuchstermine.

Ausführliche Beratung und Begutachtung, pictorale Erfassung, Situationsabdruck und Kopie der Gegenseite, Maßnahme, erste Farbabstim­mung.

Nach Einreichung eines Rezeptes erstellen wir den Kostenvoranschlag für den jeweiligen Kostenträger mit der Bitte um Kostenüber­nahme. Der zweite Besuch erfolgt nach erteilter Genehmigung durch den Kostenträger.

Anprobe von Kompressionselementen bzw. Anprobe der Probeprothese, Farbkontrolle und definitive Farbabstimmung.

Das Tragen der Kompressionselemente erfordert – je nach Stumpfverhältnis – einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen.

Formkontrolle und Optimierung, Farbkontrolle.
Anprobe und Abgabe der Definitivprothese. Unterweisung in Handhabung und Gebrauch der Prothese, Pflegehinweise.
Vorbehalt für etwaige Änderungen der Finger-, Hand- oder Partialhandversorgung.
Die Nachversorgung mit einer Folge- bzw. Wechselprothese ermöglicht, unter dem Vorbehalt gleichbleibender Stumpfverhältnisse und Verwendung des Basismodells, eine Reduzierung der Erstellungs- und Besuchstermine.
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Funktionalität der Silikonprothese

Die funktionelle Gestaltung der Silikonprothese richtet sich nach den jeweiligen individuellen Bedürfnissen des Prothesenträgers. Durch die Kombination unterschiedlichster Konstruktionstechniken und Silikon­materialien ist ein breit gefächertes Versorgungsspektrum möglich. Im Fokus steht dabei immer die Bewältigung alltäglicher Situationen und Tätigkeiten. Ziel ist es, dem Prothesenträger zu ermöglichen normale Gegenstände wie Essbesteck, Smartphone, Stifte, Kochwerkzeuge oder das Lenkrad wieder halten, führen und bewegen zu können. Die Integration speziell eingearbeiteter und justierbarer Verstärkungselemente erlaubt das Tragen leichter Gegenstände (z.B. Einkaufs- oder Handtasche) oder etwa das Spielen eines Musikinstruments.

Hervorragende Haftungseigenschaften

Die Fixation der Prothese erfolgt durch einen vollkontaktigen, zirkulären Kompressionsaufbau des Prothesenschaftes. Durch die Verwendung hochelastischer und adhäsiver medizinischer Silikone ist selbst bei kurzen Fingerstümpfen eine gute Haftung gewährleistet. Angezogen wird die Prothese mithilfe eines Fitting-Gels, das die haftende Wirkung zwischen Prothesenschaft und Stumpf kurzfristig aufhebt.

Versorgungsbeispiel Fingerprothese

fingerprothese
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Versorgungsbeispiel (Partial-)Handprothese

Man spricht von einer Partialhand, wenn einzelne Finger noch vorhanden sind und der Defekt über das Niveau der Finger hinaus bis in die Mittelhand und/oder Handwurzel hineinreicht. Prothetische Konstruktionen schließen in der Regel Mittelhand und Handwurzel mit ein.

handprothese
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Fachveröffentlichung: Prothetische Versorgung nach Amputationen im Finger- und Handbereich

facherveröffentlichung finger- und handprothesenProthetische Versorgung nach Amputationen im Finger- und Handbereich
Autoren: M. Schäfer, D. Dreher, F. Muders, S. Kunz
Quelle: ORTHOPÄDIE-TECHNIK 08/14, Verlag Orthopädie-Technik Dortmund
Schlüsselwörter: Fingerprothese, Partialhandprothese, Myoelektrik, Silikon-Schafttechnik

Amputationen im Bereich der Finger und der Hand können zu erheblichen Beeinträchtigungen der motorischen, sensiblen und gestikulären Aufgaben der Hand führen. Der entstehende Längen- und Volumenverlust schränkt dabei nicht nur die Oppositionsfunktion und die funktionalen Griffparameter der Hand ein, sondern reduziert auch die sensorische Rückmeldung des Tast- und Sinnesorganes Hand. Beim amputationsbedingten Verlust von Finger- und Handarealen wird in erschreckender Weise deutlich, welche unterschiedlichen Bedeutungen der Hand zukommen. Dass es nahezu allen medizinischen sowie den begleitenden therapeutischen und technischen Maß- nahmen im rehabilitativen Prozess nach Finger- und Teilhandamputationen nur auf sehr unvollkommene Weise gelingt, den Verlust von Teilen der Hand zu kompensieren, veranschaulicht, welch wichtigen Stellenwert das Funktions-, Sensibilitäts- und Ausdrucksorgan Hand im Leben des Menschen einnimmt. Der folgende Beitrag soll die Varianten der prothetischen Versorgung nach Finger- und partieller Handamputation näher beleuchten und die technischen Möglichkeiten des funktionellen und ästhetischen Finger- und Handersatzes darstellen. Bewusst werden die Paralle- len zum Inhalt des „Qualitätsstandards im Bereich Prothetik der oberen Extremität“ aufgezeigt, der von den Experten des Vereins zur Qualitätssicherung in der Armprothetik erstellt wurde.

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Siehe auch: Passive Armprothesen

Die sogenannte Habitus-Armprothese oder auch passive Armprothese ist optisch an­sprechend und verhält sich, wie der Name schon sagt, passiv. Sie erfüllt viele wichtige Funktionen: sie unterstützt Sie dabei, Ihren Alltag ohne fremde Hilfe zu meistern. Außerdem werden durch das Tragen der Armprothese Haltungsschäden und Gleichgewichtsstörungen vermieden, die durch das nicht vorhandene Gewicht des fehlenden Armes auftreten können…mehr erfahren.

Habitus-Prothese

Siehe auch: Myoelektrische Armprothesen

Die myoelektrische Armprothese gibt Ihnen verschiedene Funktionen der natürlichen Hand bzw. des Armes zurück. Die elektronische Hand wird nahezu intuitiv von ihrem Träger gesteuert: spezielle Sensoren, in der Regel zwei Elektroden, erfassen die Kontraktion der im Stumpf verbliebenen Muskeln und übersetzen diese in Hand­bewegungen. Die myoelektrische Armprothese lässt sich ebenfalls mit einer Kosmetik aus Silikon versehen…mehr erfahren.