Orthesen aus dem 3D-Drucker

Daumenorthese

Innerhalb der letzten 25 Jahre hat sich POHLIG deutschlandweit zu einem innovativen Impulsgeber und Marktführer der individuellen Orthopädie-Technik entwickelt. In diesem Industriezweig gilt es den menschlichen Körper bestmöglich durch individuelle Hilfsmittel zu unterstützen und teilweise Gliedmaßen bzw. deren Funktionen zu ersetzen. Die hochspezialisierten Mitarbeiter setzen täglich ihr Fachwissen und ihr handwerkliches Geschick ein, um hauptsächlich Arm- und Beinprothesen sowie Orthesen anzufertigen. Letztere werden zur Stabilisierung, Entlastung, Ruhigstellung, Führung oder Korrektur von Gliedmaßen oder des Rumpfes eingesetzt. Auf diese Weise lassen sich Fehlhaltungen und Fehlbelastungen vorbeugen bzw. berichtigen.

Wie alles begann…

Schon seit jeher werden sehr differenzierte Fertigungs- und Gestaltungsmethoden für die Hilfsmittelversorgung eingesetzt. Das Thema 3D-Druck spielt bei POHLIG – insbesondere in der Orthetik – seit Anfang der 2000er Jahre eine wesentliche Rolle. Erste Schritte konnten damals mit der Implementierung eines CAD-CAM-Systems vollzogen werden, das eine computergestützte Konstruktion und Fertigung der orthopädietechnischen Hilfsmittel ermöglichte. Durch die Einführung videobasierter Streifenlichtscanner konnten erstmals zuverlässige Körperscans am Patienten durchgeführt werden, die den zu behandelnden Körperabschnitt digital erfassen. Auch die anschließende digitale Modellierung und Umsetzung in die Produktion ließen sich nun dank der individualisierten CAD-CAM Systeme realisieren.

Orthesen 3D Druck

Warum die 3D-Drucktechnologie Sinn macht

Im Vergleich zu traditionellen Herstellungsverfahren, bei denen in der Regel ein Gipsmodell vom zu behandelnden Körperteil angefertigt werden muss, ergeben sich durch die Nutzung der 3D-Drucktechnologie für POHLIG prozessuale Vorteile. So lässt sich z.B. jeder Arbeitsschritt nachträglich am PC nachvollziehen. Diese Transparenz bietet auch die Möglichkeit, die individuelle Passform eines Hilfsmittels zu jeder Zeit exakt zu reproduzieren. Hinzu kommen die zahlreichen Gestaltungsmethoden der additiven Fertigung, die neue Wege sowohl in der ergonomischen Gestaltung als auch in der Optimierung der Bauteilgeometrie ermöglichen. Mithilfe von Belastungssimulationen lassen sich z.B. die Bauteilgrößen der Hilfsmittel minimieren – was sich wiederum positiv auf den Tragekomfort eines Hilfsmittels auswirkt. Auch die Integration atmungsaktiver Zonen, neuartiger Verschlusstechniken und Gelenksverbindungen, oder die Möglichkeit teilflexible Areale zu erzeugen, gestalten das Tragen einer Orthese nun viel angenehmer. In Kombination mit dem modernen Design des Hilfsmittels führt dies zu einer deutlich höheren Akzeptanz vonseiten der Patienten.

Da POHLIG mittlerweile das „Für und Wider“ des 3D-Drucks genau kennt, kann sich die Firma mit sehr realistischen Vorstellungen und Erwartungen an die Entwicklung neuer Produkte machen. Inkludiert sind hiervon nahezu alle Bereiche der individuellen Hilfsmittelversorgung in der Orthetik, Prothetik, Orthoprothetik wie auch in den Bereichen der Reha- und Orthopädie-Schuhtechnik. Im Vordergrund steht dabei immer, genau abzuwägen, ob die gedruckten Hilfsmittel im Vergleich zu ihren traditionellen Vorgängern tatsächlich einen Mehrwert für den Nutzer erreichen.

Und wie geht’s weiter?

Bei POHLIG hat sich die 3D-Drucktechnologie bereits heute im Bereich Orthetik etabliert und ist nicht mehr wegzudenken. In Kombination mit dem innovative SimBrace®-Verfahren konnte die Qualität der Formerfassung bis dato in der Orthetik der oberen Extremität und in der Rumpforthetik deutlich erhöht werden. Entscheidend für eine weitere Etablierung des qualitativen 3D-Drucks in der Orthetik wird zukünftig die Einbindung neuer Werkstoffe sein. Speziell im Versorgungsbereich der unteren Extremität warten einige Herausforderungen. Bauteilbelastungen, eingeleitet durch das Körpergewicht der Anwender, sowie die Integration funktioneller und dynamischer Gelenkskonstruktionen beschäftigen POHLIG schon heute. In der Abteilung Forschung & Entwicklung vergeht kaum ein Tag, an dem die Mitarbeiter nicht wieder etwas Neues in der Nutzung  der 3D-Drucktechnologie erkennen können. Das beflügelt und motiviert.