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Fußorthesen

Mit dem Begriff „Fußorthesen“ werden im Allgemeinen Hilfsmittel beschrieben, die eine Korrektur, Stützung, Entlastung oder Bettung / Druckumverteilung im Fußbereich bewirken. Neben der klassischen Einlage für den Knick-Senk-Spreizfuß, mit ihrer Stützung der Längs- und Querwölbung, haben sich in den letzten Jahren neue Konzepte etabliert.

Unter den Begriffen „neuroreflektorisch, propriozeptiv, dynamisch, sensomotorisch, afferenzbe-einflussend“, usw. findet man heute eine Reihe von Methoden mit mehr oder weniger „ganzheitlichem“ Ansatz. In etwa lassen sich die Konzepte in drei Kategorien einteilen:

1. Klassische Einlagen mit biomechanischer Wirkung durch die Anstützung der sich absenkenden Gewölbestrukturen des Fußes.

2. Sensomotorische (Jahrling) oder dynamische (Hylton) Fußorthesen. Die Autoren setzen über Erhöhungen oder Vertiefungen in der Einlagensohle Reize, die eine aktive Korrektur der Fehlstellungen bewirken sollen. Insbesondere bei Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems und Veränderungen der Muskelspannung(Muskeltonus), finden diese Systeme ihren Einsatz.

3. Bei afferenzsteigernden Einlagen nach Bourdiol und Aich setzt man mehr auf die muskuläre Aktivierung mittels dünner Plättchen. Diese werden, in einer Stärke von 1-3 mm, unter der Fußsohle platziert, um die Körperstatik positiv zu beeinflussen und so Beschwerden am gesamten Bewegungsapparat lindern helfen.

Da wir uns seit vielen Jahren sehr intensiv mit der orthopädietechnischen Behandlung von Fußfehlstellungen beschäftigen, wenden wir alle Systeme bei unseren Patienten an. Wohl wissend, dass nicht jedes Konzept bei jedem wirkt, beraten wir unsere Patienten sehr individuell und erstellen dann erst einen Vorschlag zur Versorgung. Dabei bedienen wir uns modernster Geräte, wie Streifenlichtscanner, CAD Erfassung der Umfang- und Volumenmaße sowie der Auswertung dieser Daten am PC. So können wir sofort nach dem Austesten von Formteilen, unter die Füße eingelegt, mittels 3-D-Scanner demonstrieren, welche positiven Auswirkungen die späteren Einlagen haben werden und in welchem Ausmaß sich die Statik verbessert hat. Dieses Procedere wird so lange wiederholt, bis wir das beste Ergebnis erreicht haben.
In enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Ärzten und Physiotherapeuten können wir auf diese Weise viele Beschwerden positiv beeinflussen.

Die Talus-Repositions-Ringorthese nach Baise/Pohlig

Die Talus-Repositions-Ringorthese nach Baise/Pohlig

Das Ziel bei der Entwicklung der Orthese war die Korrektur von reversiblen Fehlstellungen im unteren Sprunggelenk, die mit allen bisher bekannten Orthesen nicht befriedigend zu erreichen war.
Gleichzeitig sollte die Orthese, dem Minimalprinzip folgend, Bein und Fuß möglichst wenig umfassen, um die natürliche Funktion nicht einzuschränken. Das neuartige Korrekturprinzip wurde mit dem 1. Forschungspreis der MOT ausgezeichnet. Sonderdrucke können angefordert werden.
Die Röntgenbilder zeigen die gute Korrektur, die mit dieser minimalistischen Orthese erreicht werden kann.
Diese Fotos demonstrieren die angelegte TR-Ringorthese und den damit physiologisch uneingeschränkten Bewegungsumfang. Sowohl die Fußhebung als auch die Fußsenkung werden nicht beeinträchtigt. Gleichzeitig ist das untere Sprunggelenk, fast wie bei einer operativen Gelenkkorrektur, sehr gut geführt und gehalten.
In der Frontalansicht ist die vollständig freie Inversion, bei stark limitierter Eversion, zu erkennen. Das bedeutet, dass die Bewegung in die Fehlstellung verhindert wird, während alle anderen Bewegungen im vollen Umfang, dem natürlichen Ausmaß entsprechend, aufrecht erhalten werden.
Die TR-Ringorthese ist zur Korrektur eines ausgeprägten, reversiblen Knickfußes konstruiert, der mit Einlagen nicht ausreichend aufgerichtet werden kann. In der herkömmlichen Technik würde in diesen Fällen ein Innenschuh oder eine höhere Orthese Verwendung finden, den Fuß nahezu völlig immobilisiert.

Calcaneus-Rotations-Ringorthese nach Baise/Pohlig

Calcaneus-Rotations-Ringorthese nach Baise/Pohlig

Basierend auf der TR-Ringorthese, die primär den Knick-Plattfuß korrigiert, haben wir die CR-Ringorthese zur Korrektur des reversiblen Klumpfußes entwickelt. Hier muss der Zuschnitt anderen Kriterien folgen, während die Grundidee der zirkulären formstabilen Fassung weiter verfolgt wurde.


 
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